Feierliche Erinnerungen, Würdigungen
von Persönlichkeiten oder bedeutenden Ereignissen sind immer dann
gefragt, aber auch wichtig, wenn das Jubiläum mit einer markanten
Zahl verbunden ist. Die Zahl 500 spielt dabei eine herausragende Rolle.
Einige Beispiele sollen daran erinnern:
- 500. Wiederkehr der Entdeckung Amerikas
durch Kolumbus - 1992
- 500. Geburtstag von Adam Ries(e) -
1992
- 500. Geburtstag von Johann Scheubel
- 1994
- Georgius Agricola, geboren am 24.03.1494
- Peter Apian - 1495 geboren
- Phillipp Melanchthon, geboren am 14. 02. 1497
Es gibt eine Vielzahl bedeutender Persönlichkeiten, von denen konkrete Daten zur Lebensgeschichte fehlen. Hier nenne ich:
- Jacob Köbel - geboren zwischen
1460 und 1465
- Jacob Simon – zirka 1510
- Christoff Rudolff – Ende des 15. Jahrhunderts
- Michael Stifel – um 1487
- Johannes Widmann – um 1462
Wie ist nun die Situation bezüglich der Lebensdaten von Heinrich Schreyber?
Die Quellenlage zur Biographie von
Schreyber ist denkbar schlecht. Abhandlungen zum Lebenslauf der Persönlichkeit
gibt es kaum. Die nach wie vor wichtigste Quelle mit Informationen zum
Leben von Grammateus, wie sich Schreyber später nannte, stellt der
Bericht von Christian Friedrich Müller in der Jahresschrift des Gymnasiums
Zwickau von 1896 dar: „Henricus Grammateus und sein Algorismus de integris“
(Müller 1896).
Im Jahre 1970 analysierte Wolfgang Kaunzner
die mathematische Hauptschrift von 1518/21, um die algebraischen Erkenntnisse
von Schreyber bekannt zu machen (Kaunzner 1970). Lebensdaten übernahm
Kaunzner von Müller. Ebenso übernahmen Autoren zur Wissenschaftsgeschichte
biographische Angaben von der selben Quelle, zum Beispiel Erich Kleineidam
(Kleineidam 1969) und Johannes Biereye (Biereye 1937).
Die noch existierenden Werke von Schreyber
erfaßte Wolfgang Meretz 1976 in einer Bilbiographie (Meretz 1976).
Wenn man die Schlußfolgerungen von Müller zum Geburtsjahr von Schreyber anerkennt, war 1996 die letzte Möglichkeit, aktuell den 500. Geburtstag zu ehren.
Eine Reihe von Fachwissenschaftlern
faßte deshalb die Erkenntnisse über die verschiedenen Seiten
des Mathematikers und Cossisten Heinrich Schreyber zusammen und gaben eine
Festschrift heraus (Weidauer 1996). Die Stadt Erfurt würdigte mit
einer Ausstellung ab Dezember 1996 den in Erfurt geborenen Wissenschaftler.
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