Obwohl er in Erfurt seine wichtigsten wissenschaftlichen Arbeiten vollendete oder wenigstens anfing, wissen viele Menschen heute nicht, daß Adam Ries in Erfurt lebte.
Durch die Nutzung der deutschen Sprache (Wissenschaftler schrieben bisher ihre Bücher in Latein) erreichte Ries - wie alle Rechenmeister - einen größeren Teil der Bevölkerung. Die methodisch geschickte Vorgehensweise im zweiten Rechenbuch führte als "Bestseller” - 42 Auflagen zu Lebzeiten, über 100 in der Zeit bis zum 100. Geburtstag - zur massenhaften Verbreitung der neuen (heutigen) Zahlenschreibweise und den neuen (heutigen) Rechenmethoden.
Mit seinen Rechenbüchern verhalf Ries
dem heutigen praktischen Rechnen maßgeblich zum Siegeszug. Die Aufgaben
entnahm der Rechenmeister dem Leben der Handwerker und Händler, die
die neuen Rechenmethoden brauchten. Adam Ries verwendete eine klare und
verständliche Sprache, und damit wirkten seine Bücher auch auf
die weitere Herausbildung der einheitlichen deutschen Sprache.
Die Tatsache, dass Ries zu den führenden
Mathematikern des 16. Jahrhundert gehörte, blieb nahezu unbekannt, da seine
handschriftliche Coß nicht der Fachwelt zugänglich wurde.